Eine kurze Begriffsklärung.
Unter Frontend versteht man grob gesagt die gestaltete Ausgabe der Inhalte auf der Webseite. Also alles, was man auf der Webseite sieht: die Texte, Bilder, Buttons, Menüs, Videos usw. Alles schön für den Benutzer aufbereitet, damit er sich gut zurechtfindet und schnell an die gewünschten Inhalte gelangt.
Die Auswahl der Medien, das Schreiben der Texte, Anlegen von neuen Seiten und die Strukturierung der Inhalte geschieht im sogenannten Backend. Sowohl das Anlegen neuer Inhalte als auch die Pflege der bestehenden Inhalte wird in WordPress, wie in den meisten CMS (Content Management System) an dieser Stelle vorgenommen.
WordPress ist im klassischen Sinne ein Tool zur Erstellung von Internet-Blöcken. Mit jeder Version kamen neue Werkzeuge zur Inhaltsverarbeitung hinzu und über Plugins lässt sich nahezu jede gewünschte Funktionalität ergänzen. WordPress Themes erlauben es, die Benutzeroberfläche fast beliebig zu gestalten. So hat sich WordPress im Laufe weniger Jahre zum meistgenutzten CMS im Internet entwickelt.
Mit der Einführung von Blöcken und des „Block-Editors” Gutenberg in WordPress 5.9 (2022) hat eine neue Ära begonnen. Full Site Editing, also das freie Bearbeiten und Gestalten einer kompletten Website im Backend ohne Programmierkenntnisse, ist das neue Konzept.
Wann macht es denn Sinn, das Backend von WordPress vom Frontend zu lösen?
Es sollten schon ein paar Anforderungen an die Website zusammenkommen, damit sich der nicht geringe Aufwand WordPress als ‘Headless CMS’ zu betreiben auch wirklich lohnt. Kurz gesagt, sind das gesteigerte Ansprüche an die Performance, Interaktivität und Flexibilität der Website.
Muss viel Content mit hoher Geschwindigkeit ausgeliefert werden, kommt ein herkömmlicher WordPress Server irgendwann an seine Grenzen. Die Nutzung eines CDN Content Delivery Network steigert dabei die Performance, da statische Inhalte weltweit verteilt und von geografisch nahegelegenen Servern ausgeliefert werden. Ergänzend sorgt gezieltes Server-Side-Rendering dafür, dass Seiten bereits auf dem Server gerendert werden und Nutzer schnell eine nutzbare Ansicht erhalten – ein Vorteil für SEO und Ladezeiten. Dies ist mit einer reinen WordPress Lösung so nicht möglich.
Wenn das UI/UX ein stark individuelles, interaktives Frontend benötigt, ist das ein gewichtiges Argument, das WordPress-Backend vom Frontend zu lösen. Die Einbindung moderner JavaScript Frameworks wie React, Nextjs, Vue.js, Nuxt oder Angular gelingt so viel besser.
Ein weiterer guter Grund für ein entkoppeltes Frontend ist das leichtere Ausspielen der Inhalte auf verschiedene Plattformen (Multichannel-Publishing). Die im Backend liegenden Daten werden zentral über WordPress verwaltet und können je nach Bedarf in den speziellen Plattformen aufbereitet werden.
Insgesamt ist diese Trennung nur sinnvoll, wenn der Fokus auf Inhaltspflege liegt, also hauptsächlich Texte und Medieninhalte gepflegt und eingestellt werden. Soll selbständig viel am Design und Layout geändert werden, eignet sich eine WordPress Lösung besser.
Bei stark individuellen interaktiven JavaScript Frontend
Frontend kann leichter auf verschiedene Plattformen ausgespielt werden (Multichannel-Publishing). Inhalte zentral verwalten.
CDN Content Delivery Network Geschwindigkeit, Static Site Generation, Server Side Rendering
Nur bei geringem Bedarf an Layoutanpassungen. Haupt Verwendungszweck Content Pflege und Einpflege.






